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Wer neue Herausforderungen kreativ lösen will fragt sich häufig: wie gehe ich das am besten an? Ist doch klar, mit Brainstorming. Seit den 1930er Jahren ist die Technik der schnellen Ideensammlung beliebt. Zu Recht, kommen dort doch wunderbare Ideen zusammen. Allerdings wird es meist schon im nächsten Schritt schwierig. Die Weiterentwicklung der „gebrainstormten“ Ideen ist häufig unstrukturiert und dadurch zeitintensiv. Aber es gibt eine Lösung: Design Thinking. Hier werden kreativ gesammelte Ideen strukturiert weiterentwickelt und getestet.

Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist sowohl eine Methode, als auch eine spezielle Denkhaltung um komplexe Probleme kreativ zu lösen. Die kundenzentrierte und schrittweise Herangehensweise ermöglicht es neue Ideen zu kreieren. Im Mittelpunkt der Lösungsfindung stehen dabei Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Kundenwunsch. Entwickelt wurde der Design Thinking Ansatz von drei Professoren der Stanford Universität Kalifornien in den 1990er Jahren.

Wobei hilft Design Thinking?

Der Design Thinking Prozess eignet sich hervorragend, um digitale Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle zu entwickeln. Gerade bei komplexen Fragestellungen hilft der kreative Prozess dabei, die für den Kunden passende Lösung zu finden. Ein Vorteil des Design Thinking ist das strukturierte Vorgehen, welches dabei die unterschiedlichen Themen- und Problemstellungen beleuchtet.

Wie funktioniert Design Thinking?

Design Thinking beruht auf 3 Grundprinzipien:

Prinzip 1:

Ein heterogenes Design Thinking Team (5-6 Personen) mit unterschiedlicher fachlicher Expertise, fördert eine vielfältige Herangehensweise sowie einen vielschichtigen Blick auf eine Problemstellung.

Prinzip 2:

In einer flexiblen Arbeitsumgebung können sich Ideen entfalten. Große Räume mit Stehtischen, Whiteboards, Moderations- und Kreativmaterial eignen sich hervorragend um visuell zu arbeiten und auf den entwickelten Ideen aufzubauen.

Prinzip 3:

Einen strukturierter Lernprozess fördert sowohl analytische als auch kreative Kompetenzen. Die 6 Phasen des Design Thinkings stellen stets den Kunden und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Die Phasen können im Prozess wiederholt werden, wenn neue Erkenntnisse hinzukommen.

Die 6 Phasen des Design Thinking

Ein multidisziplinäres Team arbeitet in einem variablen Raum in einem sechsstufigen iterativen Lernprozess an der Lösung.

1 VERSTEHEN – Welches Problem wollen wir lösen?

Welche Personengruppen sind betroffen? Wann tritt das Problem auf? Warum leidet der Kunde unter dem Problem?

  • verstehe das Problem und “gieße” es in eine konkrete Fragestellung.
  • recherchiere gründlich und sammle Daten, Fakten, Nutzerbewertungen etc zur Thematik und arbeite die gesammelten Erkenntnissen aus Praxis und Forschung auf.

2 BEOBACHTEN – Welche Ziele , Bedürfnisse, Wünsche hat der Kunde?

Annahmen aus Phase 1 überprüfen und Annäherung an die Problematik aus Nutzersicht.

  • nutze qualitative Erhebungsmethoden, die die bisherigen Erkenntnisse aus Phase 1 überprüfen und verdichten.
  • beobachte und interviewe den Kunden, um noch mehr Informationen zu erhalten.

3 SICHTWEISE DEFINIEREN – Wer ist der ideale Kunde?

Alle Informationen, Annahmen, Erkenntnisse aus Phase 1 und 2 ergeben eine genauere Vorstellung über den idealen Kunden.

  • kreiere s.g. “Personas” (idealisierte Darstellungen deiner Zielgruppe), die möglichst ausführlich beschrieben werden.
  • diese helfen bei der Entwicklung passgenauer Lösungen

4 IDEEN FINDEN – Wie soll das Problem des Kunden gelöst werden?

  • sei kreativ und entwickle so viele Ideen wie möglich (baue auf den Ideen anderer auf).
  • bewerte und priorisiert dann diese Ideen nach Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit und Erwünschtheit.

5 PROTOTYPEN ENTWICKELN – Welche Idee soll realisiert werden?

  • mache die Idee “greifbar”und baue einen Prototypen zur Visualisierung.
  • der Prototyp dient dazu Feedback seitens des Kunden /Nutzers einzuholen.

6 TESTEN – Was sagt der Kunde?

  • präsentiere dem Kunden den Prototypen und beobachte wie er mit dem Prototypen/deiner Lösung umgeht.
  • sammle Verbesserungsvorschläge und Feedback ein und finalisiere das Produkt.

Die Vorteile des Design Thinking Prozess

  • verkürzt lange Prozesse
  • hilft, Produkte/Lösungen zu entwickeln, die auch wirklich gebraucht werden
  • ermöglicht nutzerzentriertes Arbeiten
  • lässt unerkanntes Potenzial von Mitarbeitenden erkennen
  • bezieht verschiedene Perspektiven und Expertisen ein
  • fördert Teamarbeit und Zusammenhalt
  • fördert eine positive Fehlerkultur
  • bezieht den Kunden ein
  • lässt sich vielfältig mit anderen Arbeitsmethoden kombinieren
  • fördert Kreativität durch spielerisch experimentelle Lösungsentwicklung

Design Thinking eignet sich also sehr gut um traditionelle Denk- und Arbeitsweisen aufzubrechen. Abseits althergebrachter Wege werden durch die Methode kreative, innovative und nachhaltige Lösungen für komplexe Fragen und Probleme entwickelt.

Mehr zu Mindset und Methodik von Design Thinking lernst Du in unserem 1-tägigen Design Thinking Workshop. Anhand eines Praxisbeispiels durchläufst Du alle Schritte des Prozesses, und erhältst wertvolle Tipps für Deinen Arbeitsalltag.